Die Feuerwehr
ist eine
Hilfsorganisation, deren primäre Aufgabe die
Brandbekämpfung ist. Im Laufe der Zeit wurden der Feuerwehr
jedoch immer mehr Aufgaben übertragen, vor allem im Bereich der
Technischen Hilfeleistung.
Die Mitglieder einer
aktiven Feuerwehr werden als Feuerwehrkameraden oder einfach als
Kameraden bezeichnet. Diese Bezeichnung hat keinen politischen
gewollten Klang. Sie entstand einfach aus der Geschichte der
Feuerwehr und der teilweise militärähnlichen Struktur der
Feuerwehren in der Vergangenheit. Sie drückt auch das starke
Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Kameraden aus.
Man unterscheidet
zwischen
Freiwilliger Feuerwehr und Berufs-/Werkfeuerwehr. Ob eine Stadt
eine Berufsfeuerwehr unterhält hängt vom jeweiligen
Brandschutzgesetzen des Landes ab, ist aber in vielen Fällen an
die Einwohnerzahl gekoppelt.
Im Unterschied zu
städtischen Feuerwehren sind
Werk- oder auch
Betriebsfeuerwehren stärker spezialisiert. Sie sind meist auf
die Gefahrenpotenziale im jeweiligen Betrieb ausgerichtet und haben
auch nur in diesem Einsätze. Allerdings müssen diese Feuerwehren bei
größeren Schadenslagen, wie
Naturkatastrophen auch mit ausrücken. Diese Zuständigkeiten
werden zwischen der Firma und der zuständigen örtlichen Behörden
geregelt. Es gibt hierzu eine Vielzahl von Regelungen.
In einigen Ländern
oder Regionen übernimmt die Feuerwehr auch den Bereich des
Rettungsdienstes.
Die Aufgaben der
Feuerwehren werden in den
Gesetzgebungen der jeweiligen
Staaten geregelt. International sind ihre Aufgaben in den vier
Worten Retten, Löschen,
Bergen und Schützen, die sich sowohl die
deutschen als auch die österreichschen Feuerwehren zu einem
Leitmotiv gewählt haben, enthalten.
Die wichtigste
Aufgabe der Feuerwehren besteht in der Abwendung von Gefahren für
Menschen und
Tiere, sei es durch
Feuer,
Überschwemmungen oder
Verkehrsunfällen.
Die Feuerwehr ist im
abwehrenden Brandschutz sowie im vorbeugenden Brandschutz tätig. Zum
abwehrenden Brandschutz gehört die
Bekämpfung unterschiedlichster
Brände mit Hilfe ihrer
technischen Ausrüstung (Löscheinsatz).
In
Löschzügen organisiert, werden die einzelnen Löschgruppen je
nach Schadenslage eingesetzt. In den Ländern, wo sich die
Feuerwehren auch mehr dem vorbeugenden Brandschutz widmen, sind die
eigentlichen Einsätze zur Brandbekämpfung insgesamt eher rückläufig.
Die Feuerwehr ist
weiterhin für das Bergen von Sachgütern zum Beispiel bei
Hochwasser, technische Hilfeleistungen wie das Auspumpen von
Kellern, Hilfe bei Verkehrsunfällen und Unwettern verantwortlich.
Zum
vorbeugenden Brandschutz gehört die Bereitstellung von
Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen und die
Kontrolle von
Hydranten und Löscheinrichtungen. Der vorbeugende Brandschutz
ist eine wichtige Einrichtung, um Brände im Vorfeld zu vermeiden,
und der
Bevölkerung schon im Kindesalter Gefahren sowie das richtige
Verhalten in Notsituationen aufzuzeigen. So wird
Brandschutzerziehung in
Kindergärten und
Grundschulen durchgeführt. Aber auch dem Betriebsbrandschutz
wird immer mehr Augenmerk geschenkt, sei es durch eigene
betriebliche oder auch durch die öffentliche Feuerwehr.
Außerdem betreibt die
Feuerwehr aktiven
Umweltschutz mit der Eindämmung von
Ölunfällen, Beseitigung von Ölspuren auf Straßen und der
Eindämmung
chemischer,
biologischer und
atomarer Gefahren (siehe
Gefahrgut).
Auch bei der
Erstellung von
Alarmplänen oder bei verschiedenen Genehmigungsverfahren wird
die Feuerwehr herangezogen. Auch bei der Erstellung von
Standards in verschiedenen Fachgebieten kann die Feuerwehr ihre
Erfahrung und Verbesserungsvorschläge einbringen.
Zur Erfüllung ihrer
oben genannten Aufgaben verfügt die Feuerwehr über eine Vielzahl von
technischem Gerät, dies umfasst sowohl die
Feuerwehrfahrzeuge, als auch deren Beladung und die
persönliche Ausrüstung eines jeden Feuerwehrmannes, welche in
der
Feuerwache untergebracht sind. Darüber hinaus kommen bei der
Feuerwehr auch
Funksysteme und Technik zur
Alarmierung der Feuerwehrangehörigen zum Einsatz. Für die
Ausbildung der Feuerwehreinheiten wird ebenfalls viel Technik
benötigt.
Nicht wirklich zur
Technik aber zur Ausrüstung kann man sie zählen: die
Rettungshunde, die in manchen Ländern auch zur Feuerwehr
gehören. Sie werden hauptsächlich im Katastrophenhilfsdienst nach
Erdbeben oder anderen Katastrophen zur Menschensuche eingesetzt.
In
der Feuerwehr sind Mannschaft, Gerät und Fahrzeuge in Einheiten
geteilt. Die kleinste Einheit ist der
Löschtrupp, die größte ist der
Verband.
Hauptartikel:
Feuerwehreinheiten
Mit dem Eintritt in
die Feuerwehr beginnt auch die Ausbildung. Mit 16 Jahren kann man in
eine aktive Feuerwehr eintreten, sofern man körperlich und geistig
dazu geeignet ist. Dies kann regional auch unterschiedlich geregelt
sein.
Für den
Feuerwehrdienst sind zahlreiche Ausbildungen notwendig. Deshalb
müssen Lehrgänge, Übungen und Dienste regelmäßig von Feuerwehrleuten
besucht werden. Beispielsweise muss jeder
Atemschutzgeräteträger mindestens einmal im Jahr, eine
Übungsstrecke durchlaufen.
Weitere Lehrgänge
gibt es für
Maschinisten, um den Umgang mit den Geräten und Fahrzeugen zu
erlernen. Eine weitere wichtige Ausbildung ist die des
Truppmanns- /Truppführers.
Diese wird häufig auch als Grundausbildung bezeichnet, weil sie den
Grundstein für alle späteren Ausbildungen legt. Der
Gruppenführerlehrgang wird benötigt um im Einsatzfall die
Mannschaft eines Fahrzeuges zu führen. Für die Bedienung von
Hubrettungsfahrzeugen (zum Beispiel
Drehleiter) wird eine Spezialausbildung benötigt.
Weitere Lehrgänge und
Ausbildungen gibt es für den Umgang mit
gefährlichen Stoffen und Gütern, für Unfälle mit
Schienenfahrzeugen oder atomaren, biologischen und chemischen
Gefahren. Auch zunächst untypisch erscheinende
Lehrgänge wie Öffentlichkeitsarbeit gibt es, da die
Feuerwehren durch die gestiegene Zahl von technischen
Hilfeleistungen und Gefahrgutunfällen
besondere Aufklärungsarbeiten übernehmen müssen.
Die Ausbildungen
finden meist in den Feuerwehren selbst statt. Für weiterführende
Führungs- oder Speziallehrgänge gibt es meist Ausbildungen, in denen
sich mehrere Feuerwehren zusammen schließen
und gemeinsam ausbilden oder die
Landesfeuerwehrschulen
in Deutschland, die jedes Bundesland unterhält.
Für Berufs- und
Werksfeuerwehren in Deutschland finden alle Lehrgänge an
Landesfeuerwehrschulen statt. Für diese gelten meist besondere
Voraussetzungen für den Eintritt, wie vollendetes 18. Lebensjahr und
eine abgeschlossene technische oder handwerkliche Ausbildung.
Der aktive Dienst
endet meist mit dem erreichen des 62.-65. Lebensjahres, teilweise
auch früher. Danach wechseln die Kameraden in die so genannte
Alters- und Ehrenabteilung.
Um möglichen
Nachwuchsproblemen entgegen zu wirken, bemüht sich die Feuerwehr
seit einigen Jahrzehnten sehr stark um die
Jugend. Für sie gibt es
Jugendfeuerwehren. Das Eintrittsalter liegt bei 10-12 Jahren.
Bei ihnen wird neben der normalen Freizeitbeschäftigung großer Wert
auf die Feuerwehrausbildung und Vorbereitung für den aktiven Dienst
gelegt.
Mit 16 Jahren wird dann der Übergang zur aktiven Feuerwehr
vollzogen. Dies kann regional auch unterschiedlich sein, je nach
Satzungen oder
demographischer Entwicklung.
In der Öffentlichkeit
ist die Feuerwehr besonders durch ihre
Kameradschaft in
Freiwilligen Feuerwehren sowie in
Berufsfeuerwehren bekannt. Da Feuerwehrleute sich im Einsatz
aufeinander verlassen können und unter Umständen einander ihr Leben
anvertrauen, ist eine ausgeprägte Kameradschaft wichtig. Gerade in
kleinen Orten ist die Feuerwehr ein gesellschaftlicher Mittelpunkt.
Der Prozentsatz, den die Feuerwehrkameraden an der
Ortsbevölkerung
stellt ist in diesen Orten wesentlich höher als in
städtischen Gebieten. Sehr häufig waren auch schon die Väter oder
Großväter der Kameraden bei der Feuerwehr (siehe auch
Tradition).
Bei regelmäßigen
Kameradschaftsabenden trifft sich die Mannschaft
außerdienstlich, um ihre Kameradschaft zu pflegen. In der Regel
gehen die Feuerwehrmänner gemeinsam Essen oder Trinken, es gibt
jedoch auch Grillabende oder andere gemeinsame Aktionen. An größeren
Festen (Weihnachten,
Ostern,
Neujahr, etc.) finden vermehrt Kameradschaftsabende statt.
Der Schutzheilige der
Feuerwehren in den südlicheren deutschsprachigen Gebieten ist der
Heilige Florian. Zu seinen Ehren finden oft
Florianifeiern im Mai statt. Er ist auch der Schutzheilige in
den
Niederlanden. In den nördlicheren, deutschsprachigen Gebieten
ist die
Heilige Agatha die
Schutzpatronin der Feuerwehren. Die Feiertage für sie sind oft im
Februar angesetzt.
In einigen Regionen
werden auch
Fahrzeugweihen beziehungsweise Fahrzeugsegnungen durchgeführt.
Vielerorts wird die
Feuerwehr von der Bevölkerung als nur eine reine Notwendigkeit
angesehen, die zwar solange nichts passiert, nichts kosten soll,
aber wenn es notwendig ist, schnell und professionell vor Ort sein
muss. Wie auf allen Ebenen kämpft auch die Feuerwehr oftmals mit
finanziellen Problemen.
Aber vor allem
Freiwillige Feuerwehren kämpfen in der heutigen Arbeitswelt mit
den Arbeitgebern, da die Kameraden häufig nicht zu notwendigen
Einsätzen ihren Arbeitsplatz verlassen dürfen.
Auch in Ländern, wie
in Deutschland, wo die Kameraden gesetzlich für Einsätze von der
Arbeit freizustellen sind und ihnen durch ihre ehrenamtliche
Tätigkeit keine Nachteile erwachsen dürfen, gibt es diese Probleme.
In anderen Ländern,
wie Österreich versucht man auf freiwilliger Basis mit Ehrungen, wie
den Titel Feuerwehrfreundlicher Betrieb, das Problem zu
entschärfen. Das funktioniert aber auch meist nur bei kleineren
Betrieben, die die Feuerwehr bisher auch schon unterstützt haben.
Aber auch mit einer
Freistellung durch den Arbeitgeber taucht ein weiteres Problem mit
dem entstandenen Verdienstgang auf,
der auch nicht einheitlich geregelt ist. Dabei geht es weniger um
kurze Einsätze, die zwar die häufigeren sind, sondern um
Langzeiteinsätze, wie Waldbrände.
Quelle:
www.wikipedia.de |